Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf mehr als 500

Das Robert Koch-Institut hat binnen 24 Stunden 98 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden 119.360 neue Infektionen gemeldet – 30.218 mehr als vor einer Woche.
Coronaschnelltests (Symbolbild)

Coronaschnelltests (Symbolbild)

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance / dpa

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen: Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in der Nacht zu Donnerstag mitteilte, liegt der Wert nun bei 532,9. Am Vortag hatte er noch bei 488,7 gelegen, vor einer Woche bei 480. Die Inzidenz gibt den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche an.

Das RKI meldete  unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter zudem 119.360 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Das sind 30.218 mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 89.142 Coronafälle verzeichnet wurden.

Wie wird die Sieben-Tage-Inzidenz berechnet?

Das RKI berechnet die Sieben-Tage-Inzidenz auf Basis des Meldedatums, also dem Tag, an dem ein Fall beim Gesundheitsamt registriert wurde. Die montags vom RKI veröffentlichte Inzidenz basiert demnach auf Fällen, deren Meldedatum zwischen dem vorherigen Montag und dem gerade vergangenen Sonntag liegen – und die schon über die Meldekette beim RKI eingegangen sind. Das trifft wegen der Meldepausen am Wochenende nur für einen kleinen Teil der Fälle zu, die die Ämter freitags, samstags oder sonntags registriert haben. Diese Fälle kann das RKI erst in den Folgetagen in seiner Inzidenzberechnung berücksichtigen. Die Lücken mitteln sich über die Betrachtung eines Zeitraums von sieben Tagen nicht heraus.

Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Dem RKI-Dashboard zufolge starben binnen 24 Stunden 98 weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus (Vorwoche: 73). Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt damit auf 140.560. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 27.573.585 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Grünenexperte: »Ohne Tests befinden wir uns im Blindflug«

Mit Blick auf den Herbst werben die Grünen im Bundestag für weiterhin flächendeckend verfügbare Coronatestangebote. »Die kostenlosen Bürgertests sind ein wirksames Instrument, um den erforderlichen Überblick über das Infektionsgeschehen zu behalten«, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünenfraktion, Janosch Dahmen. Infektionsketten könnten früh erkannt und unterbrochen werden. »Ohne Tests befinden wir uns im Blindflug«, warnte Dahmen. »Breites Testen hilft uns dabei, Menschenleben zu schützen.«

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) peilt an, den Zugang zu den kostenlosen Coronabürgertests deutlich einzuschränken. Das kostenlose Angebot an alle Bürgerinnen und Bürger ist bisher nur bis Ende Juni fix.

Dahmen schlug nun vor: »Wir können die Bürgertests fortsetzen und die Kosten gleichzeitig senken, indem wir die Tests nur noch von Gesundheitspersonal in Apotheken, Arztpraxen oder Sanitätsdiensten durchführen lassen.« Betrug werde so unterbunden.

aar/dpa