Wegen Teilemangels Volkswagen kürzt in Brasilien Arbeitsstunden und Löhne

Auch in Brasilien fehlen Volkswagen wegen Lieferengpässen Teile für den Autobau. Deshalb sollen tausende Beschäftigte dort nun bis auf Weiteres deutlich weniger arbeiten und verdienen.
VW-Logo im Werk São Bernardo do Campo

VW-Logo im Werk São Bernardo do Campo

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Volkswagen reduziert wegen Lieferengpässen in einem Werk in Brasilien die Arbeitsstunden und Löhne. Die Arbeitnehmervertreter hätten dem Vorschlag des deutschen Automobilherstellers zugestimmt, die Arbeitszeit ab Juli um 24 Prozent und die Löhne um 12 Prozent zu kürzen, um Schließungen zu verhindern, sagte Gewerkschaftsvertreter Wellington Damasceno.

Die Vereinbarung tritt demnach ab dem 7. Juli unbefristet in Kraft, wenn die Beschäftigten von einer zehntägigen Betriebsschließung zurückkehren sollen. Die Maßnahme werde monatlich überprüft. Das Ende hänge von der Normalisierung der Versorgung mit Autoteilen ab.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte die brasilianische Niederlassung von Volkswagen, dass sie »neue Maßnahmen ergreifen wird, um die Belegschaft in der Niederlassung in São Bernardo do Campo während des Monats Juli aufgrund des Mangels an Bauteilen zu flexiblerem Arbeiten zu bewegen«.

Volkswagen beschäftigt in dem Werk in der Nähe von São Paulo rund 8200 Mitarbeiter, von denen 4500 am Band stehen. Das Unternehmen kämpft aufgrund von weltweiten Lieferkettenproblemen mit einem Mangel an Autoteilen und elektronischen Komponenten für die Montage seiner Fahrzeuge.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels wurde São Paulo als brasilianische Hauptstadt bezeichnet, dabei handelt es sich jedoch um Brasília. Wir haben den Fehler korrigiert.

dab/Reuters
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