Probleme beim Elektroautobauer Elon Musk bezeichnet Tesla-Fabrik in Grünheide als »Geldverbrennungsofen«

»Dieses Geräusch von brennendem Geld«: Mit klaren Worten hat Tesla-Chef Elon Musk die aktuellen Verluste der Fabriken in Brandenburg und Texas umrissen. Im Konzern stehen Entlassungen an.
Elon Musk (im März 2019)

Elon Musk (im März 2019)

Foto: Jae C. Hong / dpa

500.000 Autos im Jahr sollen demnächst in der gewaltigen Tesla-Fabrik in Brandenburg entstehen – rund 12.000 Mitarbeiter kümmern sich dann laut Plan um den Bau der Elektrofahrzeuge. Aktuell jedoch bereitet das Werk dem Firmenchef nach dessen Angaben einige Sorgen.

Teslas neue Elektroautofabriken in Grünheide bei Berlin und Austin im US-Bundesstaat Texas verlieren laut Elon Musk derzeit »Milliarden an Dollar«. Musk bezeichnete die Standorte in einem am Mittwoch veröffentlichten Videointerview als »gigantische Geldverbrennungsöfen«.

Musk: »Es ist wirklich wie ein gigantisches Dröhnen, dieses Geräusch von brennendem Geld.« In dem Gespräch mit dem Fanclub Tesla Owners of Silicon Valley nannte er die beiden vergangenen Jahre mit Blick auf die Lieferkettenprobleme der Autoindustrie einen »absoluten Albtraum«. Der Tesla-Chef warnte: »Wir haben es noch nicht hinter uns«.

Jetzt gehe es darum, den Betrieb am Laufen zu halten, damit die Beschäftigten weiter bezahlt würden und der Konzern nicht in die Insolvenz gerate. Während hohe Anlaufkosten und Verluste bei neuen Fabriken wie Grünheide und Austin in der Startphase beim Hochfahren der Produktion relativ normal sind, stand Tesla auch mit seinem Werk in Shanghai vor Herausforderungen. »Die Covid-Shutdowns in China waren gelinde gesagt sehr, sehr schwierig«, sagte Musk.

Das Interview wurde bereits am 31. Mai geführt, der Teil mit den jüngsten Aussagen aber jetzt erst im Internet ausgestrahlt.

Stellenabbau im Konzern geplant

Musk hatte jüngst wiederholt vor einem wirtschaftlichen Abschwung gewarnt und Jobkürzungen bei Tesla angekündigt. Der Elektroautobauer werde in den kommenden Monaten 3 bis 3,5 Prozent seiner Stellen streichen, stellte Musk am Dienstag nach widersprüchlichen Berichten klar.

Bei den Angestellten solle etwa jeder zehnte Job wegfallen, die Zahl der Fabrikarbeiter werde dagegen auf lange Sicht wachsen. Zu Jahresbeginn hatte Tesla knapp 100.000 Beschäftigte.

Was die Abbaupläne für das deutsche Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide bedeuten, blieb offen. Dort läuft gerade der Stellenaufbau. Ein Firmensprecher war zunächst nicht erreichbar. Die Gewerkschaft IG Metall hatte am Wochenende auf einen zunehmenden Unmut der Belegschaft in Grünheide wegen zu niedriger und ungleicher Löhne hingewiesen. Deswegen komme auch die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nicht so schnell voran wie geplant.

jok/dpa