Interaktiver Gehaltsrechner Gehören Sie zu den oberen zehn Prozent?

Wie stehen Sie da im Gehaltsvergleich? Unteres, mittleres oder eher oberes Zehntel? Erfahren Sie es mit unserem interaktiven Rechner und vergleichen Sie sich mit dem Rest der Deutschen.

Sind Sie männlich, angestellt, mit Führungsaufgaben? Oder Facharbeiterin in der Automobilbranche? Die Chancen stehen rein statistisch nicht schlecht, dass Sie dazugehören: zu den oberen zehn Prozent, den Topverdienenden in Deutschland. Es kommt schließlich nicht nur auf Ihr Gehalt an, sondern auf alles, was Ihnen Monat für Monat gutgeschrieben wird, staatliche Leistungen wie Kindergeld, Mieteinnahmen, Gewinne aus Aktien.

Wo die Grenze zwischen Gut- und Topverdienenden nun verläuft? Für den SPIEGEL hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) genau das ausgewertet. Als Basis dafür dienten die neuesten Daten des sozio-oekonomischen Panels (SOEP), einer regelmäßigen Befragung von 16.000 Haushalten. Aufgepasst: Es geht dabei um das Einkommen, nicht um das Vermögen.

Noch im Jahr 2016 lag die Grenze bei 3342 Euro netto für Singles. Der aktuellen Auswertung nach hat sich dieser Wert inzwischen erhöht: Ab einem Einkommen von 3529 Euro netto pro Monat gehört ein Single zu den oberen zehn Prozent der Topverdiener. Paare ohne Kinder zählen ab einem Haushaltsnettoeinkommen von 5294 Euro zu den oberen zehn Prozent, eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren ab 7412 Euro netto.

Und Sie? Rechnen Sie nach - und erfahren Sie, wie viel Prozent der Deutschen weniger oder mehr verdienen als Sie. Sie können sich dabei auch mit bestimmten Bevölkerungsgruppen vergleichen.

Die Forscher analysierten die Topverdienende auch nach Geschlecht und Erwerbsstatus:

  • Zu 55 Prozent sind die oberen zehn Prozent männlich.

  • Paare ohne Kinder im Haushalt bilden mit 48 Prozent die Mehrheit,

  • gefolgt von Singles mit 31 Prozent.

  • Die meisten der Topverdienenden sind mit Abstand Angestellte in hoch qualifizierter Tätigkeit (24 Prozent),

  • die nächstgrößte Gruppe sind Angestellte in qualifizierter Tätigkeit (etwa Facharbeiter, Vorarbeiter oder Meister) mit 16 Prozent.

"Subjektiv fühlen sich nur sehr wenige Menschen dem oberen Zehntel zugehörig, dabei umfasst die Gruppe rein rechnerisch etwas mehr als acht Millionen Menschen", sagt IW-Ökonomin Judith Niehues. Zugleich glaubten die meisten Menschen, dass der Anteil reicher Menschen in Deutschland oberhalb von 20 Prozent liege. "Nur sehr wenige fühlen sich somit selbst reich, denken aber gleichzeitig, dass es sehr viele Reiche gibt."

Was das alles nun bedeutet? Und welche besondere Verantwortung die Topverdienenden nun tragen, gerade in der Coronakrise? Lesen Sie hier die Analyse.

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