Heißer Caipi, Mojito-Tee, Glühbier Mit diesen Drinks kommen Sie durch den Winter

In den Wintermonaten wärmen wir Körper und Seele gern mit gutem Tee, gehaltvollen Longdrinks oder dampfendem Punsch. Drei aktuelle Bücher liefern wertvolle Tipps für den richtigen Genuss.
Es muss nicht immer Alkohol sein. Ein Heißgetränk aus Apfelsaft, Zimt, Sternanis und weiteren Gewürzen wärmt mindestens genauso gut

Es muss nicht immer Alkohol sein. Ein Heißgetränk aus Apfelsaft, Zimt, Sternanis und weiteren Gewürzen wärmt mindestens genauso gut

Foto: Magdalena Hendey / Foodcollection / Getty Images

Das Teebuch: Sorten, Anbaugebiete, Rituale und Rezepte aus aller Welt

Wer am liebsten Früchtetee aus dem Teebeutel trinkt, muss sich keine Gedanken über die feinen Unterschiede zwischen der Gongfu-Cha- und der Chanoyu-Teezeremonie machen. Ganz zu schweigen von der koreanischen Darye. So jemand muss auch nichts über die Anatomie der chinesischen Teepflanze Camellia sinensis wissen. Oder über den Einfluss von Breitengrad und Anbauhöhe auf die Qualität von First und Second Flush beim westbengalischen Darjeeling. Und schon gar wird eine solche Person interessieren, warum die Samurai vor ihren Schlachten ausgerechnet Matcha tranken.

Doch all das hat man schon gelernt, wenn man in diesem Teebuch auf Seite 29 von 224 Seiten angelangt ist. Es ist das mit Abstand üppigste Werk zum Thema, das mir bekannt ist. Mir ist vollkommen unklar, weshalb kein deutscher Verlag so opulent illustrierte und hochwertig produzierte Werke anbietet, wie es der des britische Dorling Kindersley Verlag mit diesem Buch tut. Da wirkt jede Seite, als habe eine zehnköpfige Kreativredaktion je einen Tag darüber beraten.

»The Tea Book« ist in England bereits 2015 erschienen, hat aber nichts von seiner Aktualität verloren. Interessierte Einsteiger erfahren hier alles darüber, wie Tee daheim gelagert und zubereitet werden sollte. Fortgeschrittene lernen, wie eine professionelle Teeverkostung abläuft. Selbst die Hardcore-Teeversteher können sich fortbilden. Zum Beispiel mit Rezepten für edle Kreationen wie den »Zitronendrachen« (Dragon Well Longjing mit gerösteten Walnüssen und Zitronenmyrte aufgießen). Viel Stoff also, um sich bei tosenden Herbststürmen am kuscheligen Kachelofen etwas Fachwissen anzulesen, während im Teeglas die Kluntjes zerfallen.

Wer braucht das? Alle, die wissen wollen, wie die Welt des Tees jenseits von Teebeuteln aussieht.

Typisches Rezept? »Koreanischer Morgentau« – Joongjak mit Birnenscheiben und süßem Aloe-Vera-Saft.

Was kostet das? 16,95 Euro.

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Das Teebuch: Sorten, Anbaugebiete, Rituale und Rezepte aus aller Welt

Verlag: Dorling Kindersley Verlag
Seitenzahl: 224
Für 16,95 € kaufen
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Cihan Anadologlu: Classic Cocktails

Lieber Apricot Lady statt Assam, Daiquiri statt Darjeeling, Oaxaca Old Fashioned statt Oolong, Singapore Sling statt Sencha? Oder eher einen zünftigen Rusty Nail statt einer Tasse Roibusch? Für alle, die im Winter neben Tee auch gern einen gepflegten Cocktail schlürfen, abends aber ungern in die Kälte rausgehen wollen, ist das Buch »Classic Cocktails« eine Lebenshilfe auf 208 Seiten.

Natürlich findet man im Internet kostenlose Mixanleitungen für so gut wie alle klassischen Longdrinks. Aber hier ist es wie bei den Kochrezepten: Wer es ernst meint mit dem Genuss, lernt am besten von den Besten. In diesem Fall nicht von einem Sternekoch, sondern von einem der höchstdekorierten Barkeeper Europas. Cihan Anadologlu war vier Jahre lang Barchef im Münchner Schumann's, schwang den Shaker in New York, Hongkong und London, kreierte den offiziellen Cocktail zur Oscarparty 2014 in Hollywood und arbeitet aktuell als weltweit tätiger Consultant im Gastronomiebereich.

In seinem Buch finden Hausbar-Mixende Anleitungen für klassische Drinks, wie Caipirinha, Bloody Mary, Negroni und Gimlet. Neben Literaturlisten zur weiteren Vertiefung findet man darin kundig ausgesuchte Tipps für Barbesuche in Europa und Übersee sowie eine brauchbare Warenkunde zu den wichtigsten Zutaten. Der Aufbau der Longdrink-Rezepte ist schlüssig nach Zutaten und Handlungsanweisungen getrennt. Damit gelingen dann auch Cocktail-Freuden wie der Corpse Reviver, der Monkey Gland und der Death in the Afternoon. Die alkoholfreie Prairie Oyster setzt man sich dann am Morgen danach gegen den dicken Kopf an.

Wer braucht das? Jeder, der an der Hausbar einen amtlichen Longdrink schütteln will. Oder rühren.

Typische Rezepte? Creole: Rum, Zitronensaft, Rinderconsommé, Tabasco, Worcestershiresauce, Salz & Pfeffer

Was kostet das? 20 Euro.

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Anadologlu, Cihan

Classic Cocktails

Verlag: Callwey
Seitenzahl: 208
Für 20,00 € kaufen
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Hildegard Möller: Winterdrinks mit und ohne Alkohol

Viel schneller ist man mit den gerade mal 64 Seiten dieses kleinen Winterdrink-Büchleins durch. Wer ungern wild durcheinander trinkt und mit einem Drink pro Tag glücklich wird, kommt mit diesen heißen und kalten Seelenwärmern gut über die kalten Wochen. Auch sind die Alkoholmengen in den Rezepten für heißen Caipi, Glüh-Gin, Winter-Hugo, Mojito-Tee und Glühbier in der Regel maßvoll ausgelegt.

Außerdem bietet die Münsteraner Küchenchefin und Ökotrophologin Hildegard Möller auch jede Menge leckerer Heißgetränke-Ideen ohne Alkohol an: Bratapfelpunsch, Hot Rhabarber Spritz und Black Chai Pflaume wirken besser als so manches Heizkissen. Die Heiße Schwarzwälder Kirsch-Bowle ersetzt mit Schattenmorellen, Honig, Schokolade und jeder Menge Sahne sogar die eine oder andere Portion Kaffee und Kuchen.

Wer braucht das? Alle, die jenseits von banalem Glühwein und Punsch Lust auf ganz heiße Sachen haben.

Typisches Rezept? Heißes Schneegestöber: Weißwein, Eierlikör, Orange, Rohrzucker, Sahne, Vanillezucker.

Was kostet das? 14 Euro

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Möller, Hildegard

Winterdrinks mit und ohne Alkohol

Verlag: Jan Thorbecke Verlag
Seitenzahl: 64
Für 15,00 € kaufen
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