Grillwerkzeuge im Test Coole Tools für heiße BBQ-Abende

Warum die Pommes in den Ofen schieben, wenn man sie auch auf dem Grill kross und knackig backen kann. Unser Kochexperte hat Zubehör getestet, das solche und andere Tricks ermöglicht.
Grillen mit herkömmlichem Küchengerät

Grillen mit herkömmlichem Küchengerät

Foto:

Arnulf Hettrich / IMAGO

Wenn in diesen Tagen die Grills wieder im Dauerbetrieb qualmen, weckt das bei so manchem den Wunsch nach passendem Zubehör. Sei es als Lebenshilfe für Nächte am Grillrost, als Drehkörbchen, mit dem bei den Beilagen alles rund läuft, oder als Mitbringsel für die nächste Grillparty von Agent Angus MacGyver – wir haben uns drei ausgefallene BBQ-Gadgets genauer angesehen.

Grillfürst Universal Drehspießkorb

Wenn es auf der nächsten BBQ-Party partout nicht so richtig rund gehen will, liegt das vielleicht daran, dass der Gastgeber das Grillgut schnöde auf den Rost knallt, statt es effektvoll auf einem Spieß kreisen zu lassen. Höchste Zeit also, dass sich was dreht. Denn eine der ältesten Grillmethoden ist das Rösten von Fleisch an einem Drehspieß.

Sogar der als elitäre Köchegilde organisierte »Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs« geht auf die »Gänseröster« des frühen 13. Jahrhunderts zurück – bis heute drehen sich in Frankreichs Metzgereien und Brasserien Zehntausende Grillhähnchen in offenen oder teilverglasten Rotisserie-Öfen. Inzwischen auch im Privatbereich immer häufiger mit einem Elektro-Antrieb statt mühsamer Kurbelei.

Beim direkten Grillen auf dem Drehspieß bewegt sich das Fleisch an der Hitzequelle vorbei, was ein gleichmäßiges Garen und Rösten ermöglicht, ähnlich wie beim indirekten Grillen. Ein unschlagbarer Vorteil dieser Grillmethode, der nicht mehr nur den klassischen Dreh-Protagonisten wie Rollbraten, Brathähnchen oder horizontalem Döner vorbehalten ist.

Foto: Grillfürst

Für die Spieß-Konstruktion gibt es einige alternativ aufsteckbare Tools, von denen die trommelförmigen Korb-Bräter kulinarisch die interessantesten sind. Diese aus Metallgitter gebauten Behältnisse werden auf einen Drehspieß gesteckt, mit einer Flügelschraube fixiert, über eine Klappe befüllt und drehen ihren Inhalt langsam über Gluthitze oder Gasfeuer.

Wir probierten das Grillfürst-Rondell bei einer Grillparty mit tiefgekühlten Ofenpommes, selbst geschnitzten Potato-Wedges, gemischtem Gemüse und einer mittleren Portion aufgetauter Kammmuscheln. Zum Herbst hin könnte man auch Maronen, Nüsse oder Mandeln rösten. Das größte Hallo ernteten unsere Kartoffel-Beilagen, für die man sonst tatsächlich entweder einen Backofen oder einen Frittiertopf auf dem Seitenbrenner bräuchte.

Zum Autor
Foto: Privat

Der zwischen Hamburg und Palma de Mallorca pendelnde Foodjournalist Peter Wagner kocht länger, als er für Geld schreibt. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich auch hauptberuflich mit Kochen, Essen, Reisen und Genießen und hat längst den Gegenwert eines Mittelklassewagens in der Gastronomie verzecht. Peter Wagner veröffentlicht Ernährungssachbücher und Kochbücher, aktuell ist sein erstes selbstproduziertes Buch »Corona-Speck weg! « im Handel.

Im Drehspießkorb werden die Pommes krosser als auf dem Backblech und brauchen im Gegensatz zu den ebenfalls schön knusprigen Wedges noch nicht einmal zusätzliches Bratöl. Das Gemüse – klein geschnittene Karotten, Zucchini, Zwiebelviertel und Champignons – wurde im Vergleich zum Zubereiten mit einer Plancha (Bratplatte auf dem Rost) etwas gleichmäßiger gegart, entwickelten aber zu wenig Röstaromen. Den Meeresfrüchten dagegen bekam das Rotieren gar nicht. Sie verloren in der Trommel rasch ihre strukturelle Identität, wurden matschig ohne einen herzhaften Grillgeschmack abzubekommen.

Die Klappe am Grillfürst-Korb lässt sich im Gegensatz zu ähnlichen Konstruktionen auch dann bequem öffnen und schließen, wenn er auf dem Spieß steckt. Die Reinigung ist einfach: Der Edelstahl verträgt die Spülmaschine und im Gegensatz zu pulverbeschichteten Körben landen auch keine Farbsplitter im Essen. Praktisch: Der Korb passt auf verschiedene Spießdicken und ist mit knapp 14 cm Durchmesser klein genug, dass bei den meisten Gasgrills noch Würstchen auf den Rost darunter passen. Damit die Pommes auch ordentlich parfümiert werden.

Was ist das? Eine sinnvolle Ergänzung für alle, die schon einen elektrischen Drehspieß haben.

Wer braucht das? Jeder, der beim Grillen die Beilagen gleich mitrösten will.

Was kostet das? Drehspießkörbe gibt es ab ca. 25 Euro, der Grillfürst liegt bei ca. 45 Euro.

5-in-1 Grillspachtel

Nachdem wir an dieser Stelle bereits die gewaltige Grillmachete »Spartula« schwingen konnten, fiel mir jetzt ein etwas kleineres, aber deutlich vielseitigeres Multi-Tool in die Hand: Angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten des mit 42 cm immer noch ordentlich langen Hasull-Grillspachtel hätte bei TV-Agent Angus MacGyver sofort die Achtziger-Jahre-Vokuhila-Tolle vor Erregung gezittert. Wer sich wie er nur mit einer Büroklammer bewaffnet aus einem sibirischen Gulag befreien kann, hätte sicher seinen Spaß an diesem multiplen Grillwerkzeug.

Foto: HASULL

Die lange Metallspitze eignet sich als Grillgabel, mit dem darunter liegenden scharfen Glattschliff lässt sich der fertig geröstete Schwenknacken gerecht zerteilen. Der Wellenschliff gegenüber eignet sich für ebenso gut für Brot wie für Geflügelknochen. Wer mag, kann mit dem integrierten Kapselheber auch seine Bierflasche öffnen. Und ganz nebenbei lässt sich mit dem Spatel, der sich am Griff mit einem Bändchen zu den anderen Tools hängen lässt, auch das Grillgut. Schade, dass die Kelle trotz ihrer rostfreien Edelstahlausführung nicht in die Spülmaschine darf.

Was ist das? Spatel, Gabel, Messer, Säge und Flaschenöffner in einem.

Wer braucht das? Eigentlich jeder, der einen Grill hat.

Was kostet das? Ca. 12 Euro.

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HASULL 5-in-1 Grillspachtel - Pfannenwender Edelstahl mit Messer und Gabel, Multifunktionales Grillwerkzeug für Teppanyaki und Camping

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Tonglite Champ LED Grillzange

O. K., bei diesem Grillgadget sind wir richtig froh, dass MacGyver noch unter uns weilt. Angesichts dieser recht teuren Verbindung aus Grillzange und Taschenlampe würde er sonst wohl im Grab rotieren. Für so etwas hätte die Phoenix Foundation (sein Arbeitgeber in der TV-Serie) bestenfalls ein Drittel der aufgerufenen 85 Euro hingeblättert. Wahrscheinlich hätte Angus sich etwas Ähnliches aus einer Zange, einer dünnen LED-Taschenlampe und einem etwas festeren Gummiband in Sekundenschnelle selbst gebastelt.

Kann man, muss man aber nicht, denn das Tonglite-Tool ist zwar teuer, aber auch sehr durchdacht. So muss die Beleuchtung weder zum Batteriewechsel noch zum (weitaus häufigeren) Reinigen des Werkzeuges in der Spülmaschine demontiert werden, weil sie in einer stabilen Halterung steckt und das Batteriefach von hinten zugänglich ist. Zudem dürfte es schwierig werden, eine andere derart stabile Grillzange zu finden, die groß genug ist, um ein Brathuhn zu wenden, griffige Gummieinlagen hat und überdies mit einer Minitaschenlampe bestückt ist. Mein alter BBQ-Buddy jedenfalls, dem wir die Tonglite zum Geburtstagsgrillen als Geschenk mitgebracht hatten, fragt sich seit Wochen, wie er seine Steaks so viele Jahre ohne Licht in die Zange nehmen konnte.

Wie auch immer: das Teil ist ungemein praktisch, vor allem in den kalendarischen Randbereichen der Grillsaison, also wenn es in Frühjahr und Herbst dunkel wird, bevor die BBQ-Gäste satt sind. Eine echte Lebenshilfe für alle, die weder einen Baustrahler aufstellen wollen noch eine Luxusgrillstation mit eingebauter Deckellampe haben. Und für jene, denen beim Versuch das Grillgut mit dessen Biltzleuchte zu erhellen schon mal das Handy in den Grill gefallen ist.

Was ist das? Eine ungemein praktische Grillzange mit integrierter Taschenlampe.

Wer braucht das? Alle, die nach Einbruch der Dunkelheit weitergrillen wollen, ohne dass ihnen jemand anders auf den Rost leuchtet.

Was kostet das? 85 Euro.

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Tonglite Champ beleuchtete LED Grillzange mit warmem Licht Taschenlampe

Ab 84,49 €
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Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests