Aufregung um Tennisstar Wie Djoković seine Coronatests und Falschangaben im Einreiseformular erklärt

Zum ersten Mal seit seiner Reise nach Australien hat sich Novak Djoković selbst ausführlich zu dem Fall geäußert. Er bezog vor allem Stellung zu seinem PCR-Test im Dezember.
Djoković am Mittwoch beim Training in Melbourne

Djoković am Mittwoch beim Training in Melbourne

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JAMES ROSS / EPA

Tennisprofi Novak Djoković hat sich erstmals seit seinen Einreiseproblemen nach Australien selbst ausführlich dazu geäußert. Der 34-Jährige ging auf die zunächst verweigerte Einreise in das Gastgeberland der Australian Open allerdings nur am Rande ein. In dem Beitrag, den er auf seinem Instagram-Account veröffentlichte , bezog er vor allem Stellung zu seinem Coronatest im Dezember  – und den daraus zuletzt entstandenen Vorwürfen, er habe sich trotz positiven Ergebnisses in der Öffentlichkeit gezeigt und damit gegen die Bestimmungen in seinem Heimatland Serbien verstoßen sowie andere Menschen gefährdet.

Djoković schrieb, er habe am 16. Dezember einen Antigen-Schnelltest gemacht, der negativ ausgefallen sei. Aus reiner Vorsicht habe er am selben Tag auch noch einen PCR-Test gemacht. Am nächsten Tag habe er in Belgrad eine Veranstaltung besucht, bei der er Kindern Preise überreicht habe. Vor seinem Besuch des Events habe er einen negativen Antigen-Schnelltest gemacht. »Ich hatte keine Symptome und fühlte mich gut, und ich erhielt die Nachricht des positiven PCR-Tests erst nach der Veranstaltung«, schrieb er.

Am folgenden Tag, dem 18. Dezember, habe er ein lange vereinbartes Interview mit der französischen Sportzeitung »L'Equipe« geführt. Alle anderen Termine habe er abgesagt. Aber er habe den Journalisten nicht enttäuschen wollen. Beim Termin mit der Zeitung habe er – außer beim Fotoshooting – stets eine Maske getragen und Distanz zu anderen Menschen gehalten, schrieb Djoković. »Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung, und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen.«

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Djoković ging in seiner Erklärung nicht auf Meldungen ein, der PCR-Test sei mutmaßlich manipuliert worden. Unter anderem der SPIEGEL hatte von Ungereimtheiten berichtet : Demnach gibt es Hinweise darauf, dass der PCR-Test erst am 26. Dezember statt am 16. Dezember in die Datenbank der serbischen Gesundheitsbehörden aufgenommen wurde.

Wie Djoković die Falschangabe im Einreiseformular erklärt

Dass in seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben wurde, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist, bezeichnete Djoković in seiner aktuellen Mitteilung als »menschlichen Fehler« seines Agenten, »der sicher nicht absichtlich« geschehen sei. Seine Mitarbeiter hätten den australischen Behörden weitere Informationen zur Verfügung gestellt, um in diesem Zusammenhang für Klarheit zu sorgen.

Es sei ihm wichtig gewesen, all dies klarzustellen, schrieb Djoković. Aber er werde sich aus Respekt vor der australischen Regierung nicht weiter zu den Vorkommnissen äußern.

Djoković war in der vergangenen Woche die Einreise ins Land verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Weil die Grenzbeamten ihm allerdings nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung im Laufe einer Gerichtsverhandlung am Montag gekippt.

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Der australische Einwanderungsminister hat sich vorbehalten, von seinem persönlichen Recht Gebrauch zu machen und Djoković' Visum dennoch ungültig zu machen. Diese Entscheidung steht noch aus.

aar/dpa