Mehr Selbstbestimmung im Fußball DFB regelt Spielrecht für trans und nichtbinäre Menschen

Nach einer neuen Regelung des Deutschen Fußball-Bundes dürfen trans-, intergeschlechtliche sowie nichtbinäre Menschen ab kommender Saison selbst entscheiden, ob sie in einem Frauen- oder Männerteam spielen.
Eine Regenbogenfahne liegt auf dem Rasen beim DFB-Pokalspiel der Frauen zwischen VfL Wolfsburg und SV Werder Bremen

Eine Regenbogenfahne liegt auf dem Rasen beim DFB-Pokalspiel der Frauen zwischen VfL Wolfsburg und SV Werder Bremen

Foto: Oliver Baumgart / foto2press / IMAGO

Der Deutsche Fußball-Bund lässt trans- und intergeschlechtliche sowie nichtbinäre Menschen selbst entscheiden, ob sie in einem Frauen- oder einem Männerteam spielen. Die neue Regelung gilt ab der kommenden Saison für den Amateur- und den Jugendbereich sowie im Futsal.

Menschen mit dem Personenstandseintrag »divers« oder »ohne Angabe« und Fußballerinnen und Fußballer, die ihr Geschlecht angleichen lassen haben, können dann zwischen den beiden Spielberechtigungen wählen. Dies gelte auch für transgeschlechtliche Fußballerinnen und Fußballer, »die nun zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt wechseln können oder zunächst in dem Team bleiben, in dem sie bisher gespielt haben«.

Vertrauenspersonen sollen bei Durchsetzung helfen

Solange die sportliche Betätigung während der Einnahme von Medikamenten die Gesundheit der betroffenen Personen nicht beeinträchtige, könnten die Personen am Spielbetrieb teilnehmen, »weshalb die neue Regelung eine Dopingrelevanz ausschließt«. Vertrauenspersonen der Landes- und Regionalverbände sollen die betroffenen Fußballerinnen und Fußballer unterstützen, »um den Zugang niederschwellig zu halten«, wie der DFB schrieb.

DFB-Botschafter Thomas Hitzlsperger begrüßt den Schritt. Mit der Regelung des Spielrechts würde Spielern und Spielerinnen unterschiedlichster Geschlechteridentitäten das Spielen ermöglicht, sagte der ehemalige Nationalspieler in der Mitteilung des DFB. Der Berliner Fußball-Verband hatte entsprechende Regeln bereits im Jahr 2019 eingeführt. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Wettbewerbsintegrität dadurch »nicht gefährdet« werde, heißt es vom DFB.

vgl/sid/dpa
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