Künftige Maschinen der Luftwaffe Greenpeace warnt vor Risiken bei F35-Kampfjets

Die deutsche Luftwaffe soll durch den Kauf von F35-Kampfjets modernisiert werden. Doch die Maschinen bergen Greenpeace zufolge Risiken: Die Flugzeuge stammten aus der Anfangsproduktion und seien noch nicht ausgereift.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor einer F35-Maschine bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin 2022

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor einer F35-Maschine bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin 2022

Foto: Filip Singer / EPA

Die Bundesregierung will die veraltete »Tornado«-Flotte durch moderne US-Tarnkappenjets vom Typ F-35 ersetzen. Nun hat die Organisation Greenpeace nach einer Auswertung amtlicher Berichte aus den USA vor zahlreichen Risiken beim geplanten Kauf der Maschinen gewarnt. »Obwohl die F-35 bereits seit über zehn Jahren bei den US-Streitkräften im Einsatz ist, leidet das Flugzeug weiterhin unter zahlreichen Problemen und Mängeln, die durch die regelmäßigen, offiziellen Berichte unterschiedlicher US-Stellen und auch durch die Arbeit zivilgesellschaftlicher Projekte belegt sind«, heißt es in der Studie, die der Nachrichtenagentur dpa vorlag.

Bei allen bislang produzierten und ausgelieferten Maschinen, etwa 750 F-35, handele es sich um Modelle aus der sogenannten Anfangsproduktion, die noch nicht alle Anforderungen an ein vollständig ausgereiftes Flugzeug erfüllen müssten. Greenpeace listet die »derzeit größten Probleme« auf und schreibt: »Einem jüngsten Bericht des US-Rechnungshofs zufolge müssen immer mehr F-35-Flugzeuge am Boden bleiben, weil sie kein funktionierendes Triebwerk haben.«

Nur in 40 Prozent der Zeit einsatzbereit

Flottenweit sei eine F-35 im Schnitt nur in weniger als 40 Prozent der Zeit voll einsatzbereit gewesen – im Zeitraum 2014 bis 2021. Bei der F-35A habe der Wert im Jahr 2021 auch nur bei 50 Prozent gelegen. Neben der vollen gebe es noch eine teilweise Einsatzbereitschaft. Diese gelte als gegeben, wenn das Luftfahrzeug fliegen und mindestens eine der übertragenen Aufgaben erfüllen könne.

Laut US-Rechnungshof habe die F-35 zuletzt 826 Mängel gehabt, davon vier kritische Mängel. Welche Teile genau wie schwer betroffen seien, sei nicht öffentlich bekannt. Nach Angaben der zuständigen US-Prüfbehörde seien im Jahr 2021 jedoch neue Mängel in den Bereichen Waffen, Sensorfusion, Kommunikation und Navigation, Cybersicherheit sowie Zielerfassung festgestellt worden. Ein großer Teil der Schwierigkeiten lasse sich auf Probleme bei der Softwareentwicklung zurückführen. Die Kostenabschätzung für die angekündigte deutsche Beschaffung der F-35A sei mit vielen Unwägbarkeiten verbunden.

Die Bundesregierung hatte im März erklärt, die Luftwaffe mit F-35-Tarnkappenjets ausrüsten zu wollen. Die Maschinen des Herstellers Lockheed Martin sollen als Nachfolgemodell der vor mehr als 40 Jahren eingeführten Tornado-Flotte beschafft werden.

col/dpa
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