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Gestorben Shireen Abu Akleh, 51

aus DER SPIEGEL 20/2022
Foto: Al Jazeera / AFP

Vielen galt sie als die Stimme Palästinas. Seit 25 Jahren berichtete die Journalistin aus den besetzten Gebieten, den Dörfern von Gaza und der Westbank. Der arabischsprachige Sender Al Jazeera hatte Shireen Abu Akhle 1997 als eine der ersten weiblichen Reporter eingestellt. Für viele Palästinenserinnen war sie ein Vorbild, sie standen morgens »mit einer Haarbürste in der Hand vor dem Spiegel, als trügen sie ein Mikrofon, und sagten dabei laut Shireens Namen, in der Art, wie Shireen ihre Fernsehbeiträge beendete«, erinnert sich eine Freundin auf Twitter. Im Laufe ihrer Karriere meisterte Abu Akhle viele schwierige, gefährliche Situationen dank ihrer großen Erfahrung. Doch nun wurde sie von einer Kugel direkt in den Kopf getroffen, obwohl sie mit Presse-Schutzweste und blauem Helm als Medienvertreterin gut erkennbar war. Sie hielt sich mit ihrem Team in Janin auf, im Norden des Landes, um über eine israelische Razzia in einem Flüchtlingscamp zu berichten. Al Jazeera macht die israelischen Besatzungstruppen für Abu Aklhes Tötung verantwortlich. Das israelische Militär meldet unterdessen, es untersuche die Möglichkeit, dass »die Journalistin von palästinensischen Bewaffneten getroffen wurde«. Shireen Abu Akhle starb am 11. Mai.

SUK
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