Emmanuel Taché de la Pagerie Namen angeeignet – Nachkommen von Adelsfamilie verklagen französischen Abgeordneten

Der französische Politiker Emmanuel Taché de la Pagerie hat sich einen adeligen Namen zugelegt – und wurde Abgeordneter in Marine Le Pens Partei. Nun wird er von Nachkommen der Adelsfamilie verklagt.
Krönung von Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie

Krönung von Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie

Foto: E. Lessing / De Agostini / Getty Images

Ein »von« oder ein »zu« im Nachnamen liest sich gut, der Hinweis auf eine adelige Abstammung macht eine Person womöglich interessanter: Das dachte sich wohl auch der Franzose Emmanuel Taché, 47, der seinen Nachnamen vor vielen Jahren um den Zusatz »de la Pagerie« ergänzte. Doch nun macht der Namenszusatz dem neu gewählten Abgeordneten der rechtsextremen Partei von Marine Le Pen Probleme, wie »Le Monde« berichtet. 

Drei Frauen, Nachkommen einer der ältesten Adelsfamilien Frankreichs, verklagen Taché de la Pagerie nun – weil es ihr Name ist, den er sich angeeignet hat. Der Politiker erklärte, er habe den Namen schon vor 30 Jahren hinzugefügt, als er in der Modebranche und beim Rundfunk tätig war, wie auch »The Guardian« meldet.  

»In der Kunst- und Kommunikationsbranche ist es völlig normal, ein Pseudonym oder einen Vorzugsnamen zu verwenden. Die einzige Einschränkung besteht darin, dass man ihn nicht an seine Kinder weitergeben darf«, teilte der Anwalt des Politikers Alexandre Varaut mit. Er sagte, es sei seit Jahrzehnten bekannt, dass Taché den Namen nutze.

Das berühmteste Mitglied der betroffenen Adelsfamilie war die Kaiserin Joséphine de Beauharnais, die 1796 Napoléon Bonaparte heiratete. Ihr vollständiger Name war Marie Josèphe Rose Tascher de la Pagerie.

»Wir haben eine Klage eingereicht, um den Familiennamen zu schützen«, berichtete der Anwalt der Nachkommen Frédéric Pichon dem »Guadian« zufolge. Sie fordern einen symbolischen Schadensersatz von einem Euro und eine Geldstrafe von 500 Euro pro Tag, wenn Taché weiterhin ihren Namen verwende. Pichon sagte, der aristokratische Name sei selten, es bestehe »ein Risiko der Verwirrung in den Augen der Öffentlichkeit«. Zudem seien die Schreibweisen Taché und Tascher unterschiedlich. Das könnte ebenfalls irritieren.

»Meine Mandanten stammen aus der Normandie, leben aber in Paris und sind die einzigen Erben, die diesen Namen seit dem Tod ihres Vaters im Jahr 1993 tragen – und einer seiner letzten Wünsche war, dass sein Name geschützt wird«, hieß es von Pichon.

Taché de la Pagerie erklärte »Le Monde«, dass er gerade erst gewählt worden sei und »keine Zeit habe, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen«.

kha