An Opfer der Vulkankatastrophe Deutsche verschenken ihr Haus auf La Palma

Der Vulkanausbruch auf La Palma hat viele Häuser zerstört – auch das von Viviane und José. Nun haben sie von einem Ehepaar ein neues geschenkt bekommen.
Vulkanausbrauch auf La Palma

Vulkanausbrauch auf La Palma

Foto: Christoph Hardt / Future Image / IMAGO

Die deutsche Auswanderin Siglinde scheint die Aufregung nicht ganz verstehen zu können: »Ich brauche keine zwei Häuser. Ich habe zwei und kann nur in einem wohnen«, sagte sie vor TV-Kameras achselzuckend. Siglinde wohnt seit 32 Jahren auf La Palma und erlebte den verheerenden Vulkanausbruch mit, durch den viele Häuser auf der Kanareninsel zerstört worden waren.

Nun, ein halbes Jahr nach dem Ende des Vulkanausbruchs, haben Siglinde und ihr Mann mit einer selbstlosen Tat für großes Aufsehen gesorgt. Die Deutschen verschenkten eines ihrer beiden Häuser am Unglücksgebiet im Süden der Insel an eine Familie, deren Heim von den Lavaströmen zerstört worden war, wie die Regionalzeitung »Diario de Avisos« berichtete. 

»Es ist ein Gefühl, das schwer zu erklären ist. Es ist wie ein Neuanfang, ein besonderer Geburtstag.«

Vulkanopfer José Alonso Placencia

Das Paar übertrug sein Haus dem Spanier José Alonso Placencia und dessen Partnerin Viviane als Spende. Die Vulkanopfer konnten ihr Glück nicht fassen. Placencia sagte: »Es ist ein Gefühl, das schwer zu erklären ist. Es ist wie ein Neuanfang, ein besonderer Geburtstag.«

Die zwei Paare hatten sich auf Facebook kennengelernt. Die Vulkanopfer durften zunächst monatelang mietfrei in dem Haus von Siglinde und ihrem Mann wohnen, bis sie es am Dienstag übertragen bekamen. »Alles, was wir 20 Jahre lang aufgebaut hatten, wurde von der Lava weggespült, aber zum Glück haben wir jetzt ein Haus, das unser Sohn erben kann«, sagte die Brasilianerin Viviane gegenüber spanischen Medien. Sie hätten sehr unter dem Verlust gelitten: »Wir haben tagelang weder geschlafen noch gegessen.«

Der Medienrummel habe Viviane allerdings »überfordert«, schrieb sie der Nachrichtenagentur dpa. Sogar Fernsehteams aus Brasilien lockte die gute Tat auf die Insel. Sie und auch Siglinde wollten vorerst keine Interviews mehr geben.

Der Vulkanausbruch auf La Palma war im Dezember nach drei langen Monaten am ersten Weihnachtstag für beendet erklärt worden. Das betroffene Gebiet am Gebirgszug Cumbre Vieja wirkt noch heute fast wie eine Mondlandschaft, aus der Asche ragen hier und da noch die Schornsteine verschütteter Häuser heraus. Die Bilanz: Mehr als 7000 Menschen mussten wegen der Zerstörung ihrer Häuser in Sicherheit gebracht werden, die Schäden wurden auf knapp eine Milliarde Euro geschätzt. Vulkanopfer klagen, dass die Hilfszusagen der Regierung größtenteils immer noch nicht verwirklicht worden seien.

kha/dpa