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Zwölf Handy-Tipps für Kinder So gelingt der Umgang mit dem ersten Smartphone

Das erste Handy eröffnet Kindern eine neue Welt. Wie sich junge Menschen dort am besten zurechtfinden, erklärt »Dein SPIEGEL«. Auch hilfreich: ein Medienvertrag zwischen Eltern und Kindern zum Ausdrucken.
Von Antonia Bauer

1.

WhatsApp-Gruppen, vor allem Klassenchats, sind praktisch, gleichzeitig können sie wirklich nerven. Hier ein paar Ideen für weniger Generve: Wenn jemand einen abfälligen Kommentar macht, schieß nicht gleich zurück. Sprich die Person am nächsten Tag lieber in der Schule an, und sag ihr, dass du das nicht in Ordnung fandest. Viele Leute, die sich online mutig geben, sind das in echt nicht. Oft sind diejenigen, die andere beleidigen oder mobben, ziemlich arme Würste. Wenn du selbst gern einen abfälligen Kommentar machen würdest: Lass das sein. Wirf lieber das Handy aufs Bett, als wütend zu antworten.

2.

Fülle dein Handy mit Schönem. Leg dir in der Foto-App einen Ordner der positiven Dinge an. Dort speicherst du Fotos von Dingen, die dich glücklich machen: Selfies mit Freunden, Urlaubsbilder, schöne Momente. Fotografiere gute Noten ab, eine Urkunde beim Sport, eine Einladung zum Geburtstag ... Geh den Ordner bei schlechter Laune durch – das hebt die Stimmung.

Dein SPIEGEL: 14 Sport-Profis verraten ihre Tricks
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Dreimal pro Woche sollten Kinder so richtig ins Schwitzen kommen, empfiehlt die WHO. Wer sich daran hält, fühlt sich besser, nicht nur körperlich, sondern auch im Kopf. Aber Sport ist mehr als nur Fitness. Sport ist Teamwork, Wettbewerb, Horizonterweiterung. Und am Ende macht es auch einfach Spaß, einen neu erlernten Skateboardtrick das erste Mal zu stehen, einen perfekten Pass zu spielen oder die Gegnerin beim Judo auf die Matte zu schmeißen. Wie Kinder in verschiedenen Sportarten besser werden können und warum sie jetzt unbedingt diese eine Sportart ausprobieren sollten, erzählen ihnen in der neuen Ausgabe von »Dein SPIEGEL« 14 Profis. Hier kann man das Heft online bestellen:

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3.

Zu lernen, während das Handy auf dem Tisch liegt, ist fast unmöglich. Man greift ja doch immer wieder danach. Besser ist es, sich eine Zeit vorzunehmen (zum Beispiel 30 Minuten) und das Handy in ein anderes Zimmer zu legen, es zum Beispiel ans Ladegerät in der Küche anzuschließen. Man kann auch Apps wie »Forest«  nutzen, um konzentriert zu arbeiten. In der Zeit, in der man nicht am Handy ist, wächst ein Baum in der App – so hat man ein sichtbares Erfolgserlebnis.

4.

Richtig eingesetzt, kann das Handy beim Lernen helfen. Wer gut beim Sprechen und Hören lernt, nutzt die Aufnahmefunktion, um sich selbst den Stoff vorzulesen und ihn abzuspielen. Manchen hilft es auch, das Gelernte in Stichworten zusammenzufassen und eine Notiz zu schreiben, die man sich zwischendurch auf dem Handy ansehen kann. Klar ist, dass man wirklich bei diesen Apps bleiben muss.

Medien-Vertrag zwischen Eltern und Kindern

Leg doch mal das Ding weg! In Familien gibt es häufig Diskussionen darüber, was am Handy erlaubt ist. Hier hilft ein Medien-Vertrag.

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Hier kannst du die Medien-Vereinbarungen herunterladen

5.

Viele Apps animieren einen, sie jeden Tag zu nutzen: Täglich gibt’s ein neues Spiel, täglich neue Münzen oder wie bei »Pokémon Go« täglich die Möglichkeit, jemand anderem ein Geschenk zu schicken. Wichtig ist, sich dieses Prinzip bewusst zu machen und die Bildschirmzeit im Auge zu behalten. Bei Android-Handys gibt »Digital Balance«, bei Apple »Bildschirmzeit« einen Überblick darüber, wie viel Zeit man pro Tag am Handy verbringt. Um aus dem unendlichen Scrollen herauszukommen, setz dir ein Zeitlimit für manche Apps. Und das geht so:

iPhone

• Suche unter Symboleinstellungen nach »Bildschirmzeit«.

• Wähle »App-Limits« und »Limit hinzufügen«.

• Wähle die App aus, und stell das Zeitlimit auf maximal 30 Minuten jeden Tag.

Android-Smartphone

• Bei Einstellungen »Apps & Benachrichtigungen« wählen.

• »Nutzungsdauer von Apps« wählen.

• Wähle die App aus, und setze den Timer auf maximal 30 Minuten jeden Tag.

6.

Lasst uns einmal über Gefahren sprechen. Es gibt Leute, die unter Fotos fiese Kommentare hinterlassen. Es gibt Männer, die Kinder anschreiben. Es gibt Accounts von Menschen, die posten, wie dünn sie seien und wie viel sie abnehmen wollten, und die andere auffordern mitzumachen. Manches davon kann wirklich gefährlich werden. Deshalb muss man seine Profile so behandeln wie sein Zimmer: nicht jeden reinlassen und ab und zu ausmisten. Zum Beispiel sollten alle deine Profile auf privat gestellt sein. Nimm keine Freundschaftsanfragen von Fremden an, du weiß nicht, wer dahintersteckt. Nur weil jemand behauptet, er sei auch ein Kind, muss das noch lange nicht stimmen.

Eine wichtige Regel muss hier stehen: Schick niemals Fotos von nackten Körperteilen an Leute. Auch nicht, wenn du die Leute kennst. Auch nicht, wenn sie dich unter Druck setzen. Wenn dich jemand um solche Fotos oder Videos bittet, sag jemandem Bescheid, dem du vertraust. Und: Schick! Die! Fotos! Nicht! Du weißt nie, wo sie landen. Selbst jemand, in den du verliebt bist, könnte sie ein paar Wochen später in der Klassengruppe bei WhatsApp posten.

7.

TikTok und Instagram sind für viele spannend. Es hat aber auch einen Grund, warum sie erst ab 13 Jahren freigegeben sind: Was man postet, kann von wirklich vielen Menschen gesehen werden. Für Social-Media-Einsteiger gilt deswegen grundsätzlich: erst mal mit einem Account beginnen, der nur dazu da ist, Videos und Fotos von anderen anzusehen, ohne selbst etwas zu posten.

8.

Wer auf Social Media Stars und Models folgt, kann schnell das Gefühl kriegen: Alle sind sehr schön. Alle besitzen coole Dinge, haben einen Haufen Freunde, makellose Haut und sind immer fröhlich. Der eigene Alltag scheint da langweilig, der Blick in den Spiegel zeigt keinen perfekten Körper. Unrealistische Schönheitsideale und aufhübschende Filter tun niemandem gut. Ab und zu sollte man die Accounts durchgehen, denen man folgt, und die Kanäle löschen, die einem ein schlechtes (Körper-)Gefühl geben. Stattdessen kann man Accounts folgen, die einem guttun: Such zum Beispiel nach #bodypositivity oder Interessen wie #skateboarding oder #veganbaking.

9.

Das Internet vergisst nie. Stell dir vor, wie du ein Bild oder Video nächstes Jahr wohl finden würdest. Oder als Erwachsener. Wer postet, sollte gelegentlich seinen Feed durchgehen und das löschen, was er nicht mehr so toll findet.

10.

Wir alle wollen etwas gut machen. Menschen wollen gelobt werden und beliebt sein. Likes bekommen, mehr Follower gewonnen, Level geschafft ... das kann süchtig machen. Wirklich umgehen kann man das nicht, man kann es sich aber bewusst machen. Das Einzige, was wirklich hilft: mindestens eine andere Sache im Alltag zu haben, die einem das Gefühl gibt, etwas zu erreichen – Sport, Malen, Geschichtenschreiben oder Nähen zum Beispiel.

11.

Jeder kann Nachrichten in soziale Netzwerke stellen und verbreiten – unabhängig davon, ob sie stimmen oder nicht. Deshalb ist es wichtig, nicht alles sofort zu glauben, sondern es nachzuprüfen. Man kann zum Beispiel nachsehen, ob seriöse Medien auch schon darüber berichtet haben. Glaubwürdige Nachrichten gibt es unter anderem auf Instagram bei @news_wg  oder @funk  oder @die.da.oben .

12.

Fällt das Handy mal in eine Pfütze – oder gar ins Klo: schnell rausfischen, selbst wenn man dafür ins Klo fassen muss. Dann ausschalten oder ausgeschaltet lassen. Teile, die sich abbauen lassen (SIM-Karte, Rückseite ...), abbauen und alles vorsichtig mit Küchenpapier trocken tupfen. Nun muss alles zwei Tage rumliegen und trocknen, am besten so, dass von oben und unten Luft rankommt, zum Beispiel als Brücke zwischen zwei Büchern. Danach kannst du es vorsichtig wieder zusammenbauen und anschalten.

Diese Tipps erschienen in »Dein SPIEGEL« 04/2022.

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