Verstorbener Halbbruder Mohammed Bin Zayed wird neuer Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate

Er galt schon mehrere Jahre als eigentlicher Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate: Nun wurde Mohammed Bin Zayed zum Präsidenten des Landes ernannt. Nur einen Tag nach dem Tod seines Vorgängers.
Mohammed Bin Zayed im September 2021 in London

Mohammed Bin Zayed im September 2021 in London

Foto: Andy Rain / EPA

Machtwechsel in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE): Der bisherige Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed Bin Zayed, ist zum neuen Präsidenten des Staates ernannt worden. Er tritt damit die Nachfolge seines Halbbruders Khalifa Bin Zayed Al Nahyan an. Der Scheich war am Freitag im Alter von 73 Jahren gestorben.

Die Oberhäupter der insgesamt sieben Emirate des Landes wählten den 61 Jahre alten Scheich einstimmig zum Präsidenten, wie die staatliche Agentur WAM meldete. Er bedankte sich demnach für das Vertrauen. Wegen der schweren Krankheit seines Vorgängers galt Mohammed Bin Zayed bereits zuvor als eigentlicher Herrscher der VAE.

Khalifa Bin Zayed war am Vortag nach langer Krankheit in Folge eines Schlaganfalls gestorben. Er wurde noch am Freitagabend beerdigt. Er hatte im November 2004 als zweiter Präsident in der Geschichte der Föderation das Amt übernommen und damit die Nachfolge seines Vaters als 16. Herrscher von Abu Dhabi angetreten, dem reichsten der sieben Emirate. Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden 1971 gegründet und sind heute die zweitgrößte Volkswirtschaft unter den arabischen Staaten.

Seit einem Schlaganfall 2014 war Scheich Khalifa in der Öffentlichkeit wenig zu sehen. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekannt.

Enge Beziehungen zu Saudi-Arabien

Mohammed Bin Zayed bestimmt schon seit mehreren Jahren die Politik der öl- und gasreichen Emirate maßgeblich. Unter seiner Führung entwickelte sich das Land in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Regionalmacht. So schlossen sich die Emirate der von Saudi-Arabien angeführten Koalition an, die im Bürgerkriegsland Jemen seit mehreren Jahren militärisch aktiv ist. Mohammed Bin Zayed pflegt enge Beziehungen zum Kronprinzen von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman. Dennoch gibt es vor allem im Jemen auch Interessenkonflikte.

Vor zwei Jahren unterzeichneten die Emirate und Bahrain als erste Golfstaaten ein Abkommen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel. Auch diese Annäherung trieb Mohammed Bin Zayed voran. Sie richtet sich vor allem gegen den schiitischen Iran, in dem die Emirate einen Erzfeind sehen. Aber auch wirtschaftliche Interessen spielten eine Rolle.

kha/dpa
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